
Leseproben
Hier erscheinen neue Leseproben aus den verschiedenen Büchern von Agatha Bause
Nyoka Na Jongoo
(Schlange und Tausendfüßler)
von Agatha Bause, bearbeitet von Orely Meißner
Früher, vor langer Zeit, waren Nyoka und Jongoo - wie die meisten anderen Tiere auch - sehr gut miteinander befreundet. Aber, wie das so ist, wenn einer keine Augen hat und der andere keine Beine, da kommt leicht Neid und Mißgunst auf. Eines Tages hatte Jongoo seine Freundin Nyoka Besuch. Nachdem sie sich lange miteinander unterhalten hatten, fragte Jongoo, ob er sich nicht mal die Beine ausleihen könnte, da in seinem Dorf ein großes Tanzvergnügen stattfände und er ohne Beine ziemlich dumm dastünde. Nyoka die entlang des ganzen Körpers herrliche Beine hatte, dafür aber leider keine Augen, dachte bei sich, dass ihr Freund vielleicht doch nicht mit den Beinen wiederkäme und sie ihn dann ohne Augen wohl auch nicht mehr finden würde. Deshalb stellte sie die Bedingung, dass Jongoo ihr für die Zeit des Tanzes seine Augen ausleihen solle. Wenn er nach einem Tag nicht wieder zurück sei, dann würde sie ihn fressen. Was sollte Jongoo beim Tanz mit den Augen! Ihr wißt vielleicht, dass es auch heute noch in einer Disco recht dunkel ist. Er willigte also ein. Schnell nahm Nyoka ihre Beine ab und gab sie Jongoo, der dafür seine Augen aus dem Kopf herausnahm und sie seiner Freundin gab. Es fiel Nyoka zwar recht schwer, sich ohne Beine zu bewegen, aber nach wenigen Versuchen gelang es ihr, sich auf dem Bauche vorwärts zu schlängeln. Sie hatte deshalb auch keine Angst zu verhungern da sie nun die Augen hatte und damit auch ganz passabel sehen konnte.